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Den Meister in der Tasche

Kammer überreicht 222 neuen Top-Handwerkern ihre Briefe

Die Besten des aktuellen Prüfungsjahrgangs aus dem Kreis Düren: Mit dem Meisterpreis der Sparkasse zeichneten Bernd Kneuel, Direktor Firmenkunden/ Eigenhandel der Sparkasse Düren (2. v. l.), Handwerkskammerpräsident Dieter Philipp (r.) und Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Peter Deckers (l.) Fliesen-, Platten- und Mosaikleger Christoph Roßbroich (Nideggen), Tischlermeister Raphael Schönewald (Nideggen) und Tischlermeister Alexander Uhde (Vettweiß) (v. l.) aus. Foto: Harald Krömer

Alsdorf. Feierliche Stimmung in der Stadthalle Alsdorf: 222 neue Meister erhielten auf der großen Bühne ihren Brief und damit den Lohn für Einsatz und Fleiß. Circa 900 Gäste applaudierten für jeden Einzelnen, wenn sein Name aufgerufen wurde und er vom Präsidenten der Handwerkskammer Aachen, Dieter Philipp, und von Kammer-Hauptgeschäftsführer Peter Deckers den Meisterbrief erhielt.

Beifall haben die Absolventen verdient. In der Meisterprüfung haben sie sowohl auf praktischer als auch auf theoretischer Ebene bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Mit herausragenden Leistungen erwarben sie eine Qualifikation, die ihnen viele Türen öffnet – bis hin zur Selbstständigkeit. Die Wochen des Lernens, Übens, Ausprobierens und Erstellens des Meisterstücks sind vorbei – jetzt durfte mit Familie, Freunden und Kollegen gefeiert werden.

Interessante Interviews

Wie geht es weiter nach der Meisterprüfung? Diese Frage stellten sich die Geehrten in der Stadthalle Alsdorf. Erste Antworten lieferten interessante Gesprächs­partner in Interviewrunden mit dem Fernsehmoderator Ralf Raspe.

Ein zentrales Thema für das Handwerk ist derzeit die Digitalisierung. Sie eröffnet viele Chancen, Arbeitsprozesse effektiver zu gestalten. Welche das bundesweit und regional betrachtet sind und was das Handwerk darüber hinaus braucht, das erklärten der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, und der Präsident der Handwerkskammer Aachen, Dieter Philipp, im Gespräch mit Raspe. Außerdem berichteten der Elektrotechnikermeister Marco Herwartz, der Feinwerkmechanikermeister Marco Theißen und der Tischlermeister Marc Schnitzler von Erfahrungen mit Digitalisierung im eigenen Unternehmen.

„Ist die Digitalisierung ein Angst- oder Zukunftsszenario fürs Handwerk“, fragte der Fernsehmoderator den Kammerpräsidenten. „Ganz klar Zukunft“, sagte Philipp. Digitalisierung sei gar nicht neu. Sobald eine Erleichterung in Arbeitsabläufen sichtbar werde, nähmen Handwerker diese gerne an. Philipp: „Wir Handwerker sind sehr gründlich und wollen das erfassen. Meistens geht das still und heimlich, nicht mit einem großen Paukenschlag. So war das damals bei der Einführung von Computern, so ist das auch heute.“ Das bestätigte auch Wollseifer. Beide betonten auch die Wichtigkeit des Breitbandausbaus. „Wir kämpfen sehr stark auf allen politischen Ebenen, dass Glasfaser auch in die ländlichen Regionen kommt. Denn ohne eine vernünftige Datenleitung sind unsere Betriebe nicht wettbewerbsfähig“, so der ZDH-Präsident.

Dass Digitalisierung bei der E-Mail anfängt und bei der Drohne noch längst nicht aufhört, verdeutlichte Marc Schnitzler. Er habe die Digitalisierung – „wie der Name schon sagt, geht es dabei um einen Prozess“, betonte der Tischlermeister – immer als Chance gesehen, nie als Hindernis. Seiner Meinung nach werde es künftig mehr Spezialisierungen geben. Ein Handwerker müsse nicht alles leisten. Das sei auch gar nicht möglich, viel zu komplex seien die einzelnen Felder. Er gab den Jungmeistern den Tipp, sich einen Überblick zu verschaffen, sich zu vernetzen und Chancen für den jeweiligen Beruf zu ergreifen. Ansonsten riet Schnitzler: „Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten. Es wird neben der digitalen Speerspitze genauso den Mann geben, der einen Baum fällt und ein Möbelstück daraus fertigt, ohne dass das Internet etwas davon mitbekommt.“

Marco Herwartz appellierte an die Meister, stets Augen und Ohren offen zu halten. Als Beispiel nannte er die intelligente Gebäudetechnik „smart home“, die dermaßen von der Industrie „gepusht“ werde, dass man es sich als Elektriker einfach nicht erlauben könne, auf dem „alten Stand“ zu bleiben. Wichtig sei es, sein Fach- und Grundwissen zu vertiefen und sich digital zu vernetzen.

Die duale Ausbildung sprach Marco Theißen an. Mit der Handwerkskammer, die in ihren Bildungszentren die Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen vornimmt, hätten die Betriebe einen vernünftigen Partner, der ebenfalls darauf achte, ursprüngliche Vorgehensweisen zu vermitteln. „Man darf nicht aus den Augen verlieren, wie ein Werkstoff sich verhält, sonst ist bei aller Digitalisierung die Gefahr der Verdummung groß“, so Theißen.

Pläne der neuen Meister

Konkrete Beispiele, wie es nach der Meisterprüfung weitergeht, gaben drei weitere Interviewpartner in einer anderen Runde. Sie gehören zu den elf Meisterpreisträgern, die von der Sparkasse für ihre sehr guten beziehungsweise guten Ergebnisse gesondert ausgezeichnet werden. Bereits zum 19. Mal vergab die Sparkasse diesen Preis. Sie unterstreicht damit, wie wichtig ihr die Förderung der Meister ist.

Zwei Kategorien

Der Preis der Sparkasse wird in zwei Kategorien vergeben: Meister, die die Prüfung mit Ergebnissen abgeschlossen haben, die im Durchschnitt der vier Prüfungsteile „besser als gut“ sind, gewinnen in der Kategorie 1 2.500 Euro. In diesem Jahr sind das Cevdet Akay, Installateur und Heizungsbauermeister aus Stolberg; Nicolas Hoffmann, Metallbauermeister aus Monschau; Bastian Huber, Tischlermeister aus Aachen; Markus Kowalewsky, Tischlermeister aus Simmerath; Christoph Roßbroich, Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister aus Nideggen; Raphael Schönewald, Tischlermeister aus Nideggen; Christoph Schulz, Tischlermeister aus Roetgen und Christian Seidl, Installateur und Heizungsbauermeister aus Euskirchen.

Meister, die die Prüfung im Schnitt aller vier Teile mit „gut“ bestanden haben, erhalten in Kategorie 2 1.000 Euro. In diesem Jahr sind es folgende Absolventen: Raphael Cichon, Tischlermeister aus Übach-Palenberg; Helmut Frank, Elektrotechnikermeister aus Wassenberg und Alexander Uhde, Tischlermeister aus Vettweiß.

Im Gespräch mit Ralf Raspe schilderte Tischlermeister Christoph Schulz, wie sich bei ihm der Einstieg in die Selbstständigkeit vollzog. Im Unternehmen, in dem er arbeitet, stand der Abschied eines Geschäftsführers an, und die Chefs fragten ihn einfach, ob er bereit wäre, als Geschäftsführer einzusteigen. Dieser Schritt hat sich gelohnt. Mittlerweile ist er auch Gesellschafter. „Die Zahlen spielen jetzt eine wichtige Rolle“, sagte Schulz, der sich viel mit Buchhaltung und Kalkulation beschäftigt. Andererseits bleibt er dem praktischen Bereich immer noch eng verbunden und verbringt auch viel Zeit in der Werkstatt. Die Kombination aus beidem macht dem jungen Vater Spaß. Ein weiterer Schwerpunkt ist für ihn die nachhaltige Herstellung von Möbelstücken. Der Tischlerberuf sei mittlerweile sehr vielseitig und es gelte, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen. Schulz ist froh, dass er den Meisterbrief in der Tasche hat. Von der Prämie der Sparkasse für den Meisterpreisträger wird er eine Fête veranstalten für alle, die ihn in der letzten Zeit so gut unterstützt haben.

In einer ganz anderen Branche als dem Handwerk unterwegs war zunächst Elektrotechnikermeister Helmut Frank. Er hat nämlich zunächst einmal Chemie studiert, dann aber gemerkt, dass die „reine Lehre“ und Theorie allein ihn nicht glücklich machen. „Es fehlte das Handwerkliche.“ Also wechselte er in den Beruf des Elektrotechnikers und legte dort 2016 erfolgreich seine Meisterprüfung ab. Frank arbeitet bei der QualiTec GmbH, einer Tochter der Handwerkskammer Aachen. Als Ausbilder schult er junge Menschen in Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, wirbt bei Infoveranstaltungen für Handwerksberufe und versucht, Mädchen und Jungen für den Wirtschaftszweig zu begeistern. Die Tätigkeit ist für ihn sehr abwechslungsreich. Er freut sich über jeden Jugendlichen, dessen Interesse am Handwerk er wecken kann.

Einen eigenen Betrieb leiten ohne Meisterbrief – das wäre für Christoph Roßbroich überhaupt kein Problem. Denn im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk ist mit der Änderung der Handwerksordnung 2004 die Meisterpflicht weggefallen. Roßbroich hat trotzdem den Meister gemacht. „Wenn ich einen Weg gehe, dann gehe ich ihn auch zu Ende“, sagte Roßbroich, der in der Meisterschule sehr viele praktische und theoretische Kenntnisse zusätzlich erworben hat. Außerdem will er selber irgendwann ausbilden, vielleicht sogar schon ab diesem Sommer. „Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, einen Handwerksberuf zu erlernen und möchte jetzt auch etwas weitergeben, indem ich selber einen jungen Menschen in die Lehre nehme“, sagte er im Interview mit Raspe. Als selbstständiger Unternehmer sei der Druck am Anfang schon groß, er selber müsse viel Zeit und Kosten aufbringen. Dabei erhalte er von seiner Familie und seinen Freunden jedoch viel Rückendeckung, so dass er sicher sei,  die Anfangszeit gut „meistern“ zu können.

Gesang und Comedy

Neben den ausführlichen Gesprächen auf der Bühne wurde auch gesungen, getanzt und gewitzelt. Das a-capella-Quintett „Fünflinge“ sorgte mit hervorragendem Gesang für beste Unterhaltung. Richtig explosiv und im Ton durchaus rau präsentierte sich der Kabarettist Dittmar Bachmann, der zeigte, dass er eine tolle Stimme hat und „der Musik verschrieben“ ist, wie er selber sagte. Darüber hinaus erzählte er launig von seinen eigenen Erfahrungen mit Handwerkern, Baumärkten und Friseuren. Sowohl er als auch die „Fünflinge“ erhielten vom Publikum begeisterten Applaus. 

Folgende Tischlermeister legten im Prüfungsjahr 2016 erfolgreich die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Aachen ab:

Michael Abels, Herzogenrath; Marius R. Altena, Aachen; Felix Altenrath, Würselen; Morwenna Bucken, Aachen; Raphael Cichon, Übach-Palenberg; Jonas Dühr, Aachen; Paul Friedenstab, Hombourg; Kevin Fuchsreiter, Nideggen; Jon Grünberg, Aachen; Jonathan Henkenhaf, Karlsruhe; Bastian Huber, Aachen; Valentin Hubner, Freiburg; Markus Kowalewsky, Simmerath; Markus Künkel, Hamburg; Ruven Limprecht, Fränkisch-Crumbach; Irena Milinkovic, Aachen; Michael Th. Peschka, Bonn; Matthias Poick, Eschweiler; Raphael Schönewald, Nideggen; Christoph Schulz, Roetgen; Tobias Thönißen, Würselen; Alexander Uhde, Vettweiß; Maximilian Wagner, Alsdorf; Florian Wahlen, Aachen; Kerstin Weymans, Aachen; Tobias Zantis, Übach-Palenberg.

 

Herausgegeben von der Handwerkskammer Aachen

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07.03.2017 15:16 Alter: 141 Tage